Raum für beide Sichtweisen
In einem Konflikt möchten wir erklären, was uns verletzt hat und was sich ändern soll. Während der andere spricht, überlegen wir deshalb oft schon unsere nächste Antwort. Das eigene Anliegen ist deutlich zu spüren – für die Sicht des Gegenübers bleibt wenig Raum.
Zuhören bedeutet, diesen Raum bewusst zu öffnen. Was ist dem anderen wichtig? Welche Erwartungen wurden enttäuscht? Was hat er oder sie anders erlebt? Verstehen heißt dabei nicht, jeder Aussage zuzustimmen. Unterschiedliche Sichtweisen dürfen nebeneinanderstehen.
Nachfragen statt voraussetzen
Eine offene Frage kann einem Gespräch eine andere Richtung geben: „Was war in dieser Situation für dich besonders schwierig?“ Auch das Zusammenfassen hilft: „Habe ich richtig verstanden, dass dir vor allem Verlässlichkeit fehlt?“ So kann das Gegenüber ergänzen oder ein Missverständnis aufklären.
In der Mediation erhalten die Beteiligten Zeit, ihre Anliegen zu schildern. Die Gesprächsführung unterstützt dabei, einander ausreden zu lassen und die Interessen hinter den Positionen zu entdecken. Daraus können neue Möglichkeiten für eine gemeinsame Lösung entstehen.
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